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HANDLUNG:
"Operette
in 3 Akten"
Musik von Carl Millöcker
Text von Richard Genee und F. Zell (eigentl. Camillo Walzel)
Uraufführung: 26. Januar 1884 im
Theater an der Wien (Österreich)
Südländischer Zauber liegt über dieser Operette, die um die Mitte des
19. Jahrhunderts in einem Dorf bei Syrakus in Sizilien spielt. Das
Textbuch verfasst das bewährte Textdichter-Duo Richard Genee und F.
Zell. Nicht minder erfolgreich als "Der Bettelstudent" geht "Gasparone"
unmittelbar nach der Uraufführung über die Bühnen der Welt. Die
Handlung, die viel Lärm um Nichts als bürgerlicher Widerhall auf einen
erfundenen Anarchisten inszeniert, bezieht hier auch das eigene Genre in
den Witz mit ein. Volkstümliche und überaus wirkungsvolle Melodien
begleiten das ganze heitere Geschehen. Diese am 26. Januar 1884 im
Theater an der Wien uraufgeführte Operette zählt damit zu Carl
Millöckers großen Erfolgen.
Vergleicht man die Handlung der Operette "Gasparone" mit Carl Zellers
1880 uraugeführten und heute gänzlich unbekannten Operette "Die
Carbonari", so wird man starke Ähnlichkeiten im Textbuch und
Handlungsablauf feststellen. Kein Wunder ist doch der zweite Textdichter
Camillo Walzel auch am Textbuch von Carl Millöckers "Gasparaone"
massgeblich beteiligt. Das Textbuchautorenduo Richard Genee und Camillo
Walzel benützt ihnen als erfolgreich erscheinende Stoffe gerne mehrmals.
Sie verändern oft nur Ort und Zeit der Handlung bzw. die Namen und
Rollen der handelnden Personen.
Inhalt
1. Akt: Am Meer nahe Syrakus im Morgengrauen in der 2. Hälfte des 19. Jhdts.
Die Schmuggler, vom Wirt Benozzo angeführt, haben das Gerücht
verbreitet, der berüchtigte Räuber Gasparone treibe rund um Syrakus sein
Unwesen. Mit dieser Aktion wollen sie aber nur die Polizei ablenken,
damit sie ihre eigenen krummen Geschäfte besser abwickeln können. Eine
Gelegenheit, die Existenz Gasparones glaubhaft zu machen, ergibt sich
als der auf Sizilien weilende Conte Erminio möchte, dass die
Schmugglerbande einen Raubüberfall auf die schöne Gräfin Carlotta
inszeniert. Erminio ist in sie verliebt und möchte sich gerne ungestört
mit ihr unterhalten. Das gelingt ihm als er als ihr „Retter“ auftritt
und sie aus der scheinbar misslichen Lage befreit. Der Bürgermeister Nasoni ist aber sehr misstrauisch gegenüber Erminio, denn er vermutet
hinter ihm den gesuchten Räuber. Nasoni ist ausserdem verärgert darüber,
dass Carlotta nur mehr Augen für ihren „Erretter“ hat und nicht für
seinen Sohn Sindulfo. Der Bürgermeister hätte Carlotta nur zu gern
als Schwiegertochter, ist sie doch durch den glücklichen Ausgang eines
gerichtlichen Prozesses Besitzerin eines Schlosses und einer Million
Zechinen geworden. Sie weiß jedoch nichts davon und so nutzt der
listige Bürgermeister diese Situation und macht Carlotta glaubhaft, dass
nur er den erwünschten Gerichtsentscheid herbeiführen könne. Carlotta
fühlt sich ihm so verpflichtet und verspricht daher, sich mit Sindulfo zu
verloben.
2. Akt: Im Schloss von Gräfin Carlotta
Erminio will Carlotta die Machenschaften von Nasoni vor Augen führen.
Sie ist aber verwirrt und weiß nicht, wem sie glauben soll. Da kommt
der Bürgermeister dazwischen und meldet, dass Gasparone Sindulfo
gefangen habe und für seine Freilassung ein Lösegeld in Höhe von 10.000
Zechinen fordere. Die Gräfin ist sofort bereit, das Geld zur Verfügung
zu stellen. Am Abend bricht Ermino bei Carlotta ein und macht sich an
den Geldschrank heran. Er lässt sich aber von ihr erwischen und gibt
sich als Bandit aus. Carlotta hat keine andere Wahl, als ihm den
Schlüssel für den Geldschrank zu geben und ihm somit ihr Vermögen zu
überlassen. In der Zwischenzeit hat aber Nasoni die 10.000 Zechinen
bereits dem listigen Schmuggler Massaccio überreicht. Er geht zu
Carlotta und erfährt von ihr von dem Millionenraub, worauf er seine
Polizei Jagd auf den Banditen machen lässt.
3. Akt: Platz vor dem Rathaus von Syrakus
Schon bald sind einige Verdächtige verhaftet. Es sind Benozzo, Massaccio
und Sindulfo, welcher zum Erstaunen aller Anwesenden wieder frei ist.
Niemand weiß, dass die Schmuggler wieder im Dienste Erminios stehen und
dass dieser die Verhaftung Sindulfos nur arrangiert hat, um einen Verzug
der Verlobung zu erreichen. Nun erscheint auch Erminio, der ja für
Gasparone gehalten wird, aber Carlotta verhindert seine Festnahme.
Nasoni kann nur Massaccio und Benozzo verhaften lassen wegen Betruges
mit dem Lösegeld. Kurz darauf muss er sie aber wieder freilassen, denn
Benozzos Frau Sora verkündet laut, dass sie genau wisse, dass die
Geldstrafe, welche ihrem Mann wegen Schmuggels auferlegt wurde, nicht in
die Amtskasse geflossen ist, sondern vom Bürgermeister eingesteckt
worden war. Erminio hört das Gespräch heimlich mit und ist sich nun
sicher, dass seine Zweifel an Nasonis Ehrenhaftigkeit berechtigt sind.
In der Hoffnung, den Räuber doch noch ausfindig zu machen, ordnet der
Bürgermeister eine Zeugenvernehmung an. Aber noch bevor diese beginnt,
stellt sich Erminio als Conte Saluzzo, Sohn des Ministerpräsidenten,
vor. Erminio verlangt vom Bürgermeister, dass dieser seine wahre
Identität niemandem verrate und das Gerichtsspiel weiter spiele. Bei der
Vernehmung steht Carlotta dem scheinbar Verhafteten gegenüber und steht
zu ihrer Liebe für den „Räuber“. Bei der Befragung beschreibt sie den
Dieb so, dass es Erminio niemals hätte sein können. Er gibt sich nun
doch zu erkennen und schließt die glückliche Carlotta in die Arme.
Erminio liest am Ende noch einen angeblichen Brief Gasparones vor, in
dem dieser kundgibt, dass er sich für immer von seinem Räuberdasein
zurückgezogen habe.
Quelle:
operetten-lexikon.info (23.8.2010)
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